R-ProPraxisfälleKühlschränke und Vitrinen

Anormale Unterkühlung durch Verflüssigerverschmutzung/Rohrblockade — Trimm-Diagnose

Wahrscheinliche Ursachen

Lamellenverschmutzung des luftgekühlten Verflüssigers — unzureichende Unterkühlung + hoher Ausblasdruck

Prüfen: Messen: ① Flüssigkeitsleitungstemperatur (Verflüssiger → TXV-Leitung) mit der Klemmsonde. ② Hochdruckseiten-Überdruck → Bubble-Temperatur aus der PT-Tabelle = Verflüssigungssättigungstemp. ③ Unterkühlung = ② − ①. Normal 8–12 °C. ④ Die Umgebung am Verflüssigereintritt messen → Verflüssigungstemp − Umgebung = TD. Normal 12–17 °C. Lamellenverschmutzung: TD steigt (>20 °C) + Ausblasdruck steigt + Unterkühlung niedriger als normal (schlechte luftseitige Kühlung, daher wird der Verflüssigerauslass nicht genug gekühlt).

Maßnahme: Verfahren: ① Den Verflüssiger stoppen, das Lamellenäußere reinigen (Batteriereiniger + Niederdruckspülung, in Lamellenrichtung sprühen). ② Bei starkem Schimmel/Fett mit einem alkalischen Batteriereiniger schaumreinigen und spülen. ③ Sind die Lamellen verbogen, mit dem Lamellenkamm richten. ④ Eine Stunde nach dem Neustart die Werte vergleichen: TD auf 12–17 °C wiederhergestellt, Unterkühlung 8–12 °C, Ausblasdruck normal = vollständig. ⑤ Empfohlenes Reinigungsintervall: städtisch allgemein 6 Monate, industriell/küstennah 3 Monate, nahe Küchen (Fett) 1–2 Monate.

Kalk/Schleim der Rohre des wassergekühlten Verflüssigers — unzureichende Unterkühlung + steigender Verflüssigungsdruck

Prüfen: Messen: ① Ein- und Austrittstemperatur des Kühlwassers → Austritt−Eintritt = ΔT_w. Normal 5–10 °C (die Auslegung prüfen). ② PT-abgeleitete Verflüssigungstemp − durchschnittliche Wassertemperatur = ungefährer LMTD. Normal 5–8 °C. ③ Wenn sich Schleim/Kalk aufbaut: ΔT_w fällt (Wärmeübergang sinkt, das Wasser erwärmt sich weniger) + Verflüssigungstemp ↑ + LMTD ↑ + Unterkühlung ↓. ④ Prüfen, dass der Kühlwasserdurchsatz normal ist (Sieb, Pumpe prüfen). Ein niedriger Durchsatz ergibt eine andere Diagnose.

Maßnahme: Verfahren: ① Chemische Rohrreinigung — den Verflüssiger isolieren, einen schwachen Säureentkalker (Phosphor- oder Zitronensäurebasis, 5–10 %, mit Korrosionsinhibitor) 1–3 Stunden zirkulieren lassen. ② Mechanische Reinigung — isolieren, Bürstenstäbe durch die Rohre führen. Effektiv, wenn Schleim dominiert. ③ Gründliche Spülung + Korrosionsinhibitor-Passivierung. ④ Eine Stunde nach dem Neustart ΔT_w, LMTD, Unterkühlung erneut vergleichen. ⑤ Routine: die Wasserqualität überwachen (Härte, pH, Mikrobiologie), den Verflüssiger-ΔP (reinigen, wenn der ΔP >30 % steigt). Vorgeschlagenes Intervall: allgemein 6 Monate, Fluss-/Brunnenwasser 3 Monate.

Praxistipp

Regel der Verflüssiger-Trimm-Diagnose: die Unterkühlung allein ist selten aussagekräftig — immer vier Signale zusammen ablesen (Unterkühlung, TD/LMTD, Druckgasdruck, Umgebungs- oder Wasser-ΔT). Zusammen unterscheiden sie Verschmutzung vs. niedrige Füllung vs. niedriger Lüfter/Wasser vs. nicht kondensierbare Gase. Einzelsignal-Diagnosen irren oft.

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