R-ProPraxisfälleKühlschränke und Vitrinen

Druckgas- (Hochdruck-) Druck ungewöhnlich hoch — 4 Hauptursachen

Wahrscheinliche Ursachen

Verflüssigerbatterie verschmutzt — Blockade durch Staub, Öl, Flusen

Prüfen: Die Verflüssigerbatterie mit der Taschenlampe prüfen — die Blockade der Lamellenspalten prüfen. Normaler Luftstrom 2–3 m/s; ≤0,5 m/s bedeutet eine schwere Blockade. Ein-Austritts-Tempdifferenz der Batterie normalerweise 5–8 °C; >10 °C deutet auf eine Blockade hin.

Maßnahme: 1) Einen Batteriereiniger (alkalisch oder sauer) aufsprühen und spülen. 2) Restaurants, Wäschereien, Fabriken erfordern eine Reinigung innerhalb 6 Monaten. 3) Nach der Reinigung die verbogenen Lamellen mit dem Lamellenkamm richten. 4) Einen wiederkehrenden Reinigungsplan aufstellen.

Ausfall des Verflüssigerlüfters oder niedrige Motor-RPM

Prüfen: Die Lüfterdrehung visuell und akustisch prüfen → ist er gestoppt oder langsam, den Motor und den Kondensator prüfen. Die RPM mit dem Tachometer messen — >5 % Abweichung vom Nennwert weist auf ein Problem hin. Auch einen Blattschaden oder einen verkeilten Fremdkörper prüfen.

Maßnahme: 1) Die Motorwicklungsisolierung mit dem Megger messen (≥1MΩ normal). 2) Die Anlauf-/Betriebskondensatorkapazität testen — innerhalb ±6 % ist normal. 3) Den Motor bei beschädigten Lagern ersetzen. 4) Das Blatt bei Riss oder Rost sofort ersetzen — Risiko fliegender Trümmer während der Drehung.

Kältemittelüberfüllung — Flüssigkeitsleitung voll, Verflüssiger teilweise geflutet

Prüfen: Die Unterkühlung messen — >15 °C weist stark auf eine Überfüllung hin. Den unteren Abschnitt des Verflüssigers berühren; eine große kalte Zone (flüssigkeitsgeflutet) bestätigt. Die tatsächliche Füllung mit der Typenschildspezifikation vergleichen.

Maßnahme: 1) Die Füllung in 200-g-Schritten mit einer Absauganlage absaugen — zwischen jedem 5 min warten, erneut messen. 2) Wiederholen, bis die Unterkühlung 5–10 °C und die Hochdruckseite normal ist. 3) Die Überfüllungsursache im Servicebericht dokumentieren, um ein Wiederauftreten zu verhindern. 4) Das abgesaugte Kältemittel in einer Absaugflasche lagern; nach präziser Wägung wiederverwendbar.

Verunreinigung durch nicht kondensierbares Gas (NCG) — unzureichendes Vakuum oder Lufteintritt nach einem Leck

Prüfen: Nach der Stillstandsstabilisierung, ist der Verflüssigungsdruck >0,3 MPa über dem Umgebungssättigungsdruck, ist NCG stark verdächtig. Ein pulsierender Hochdruck während des Betriebs signalisiert auch NCG.

Maßnahme: 1) Das gesamte Kältemittel absaugen. 2) Mit der zweistufigen Vakuumpumpe auf ≤500 Mikron evakuieren — 3+ Stunden. 3) Das Vakuum 30 min halten — ein Anstieg innerhalb 50 Mikron ist akzeptabel. 4) Nach Gewicht nachfüllen, die Druckstabilisierung prüfen.

Praxistipp

Diagnosereihenfolge des Druckgasdrucks: (1) Batterie/Lüfter → (2) Füllung → (3) NKG. Am häufigsten ist Batterie/Lüfter, daher immer Aussehen und Sauberkeit vor der Demontage prüfen.

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