R-Pro › Praxisfälle › Klimaanlage
Vereister Verdampfer — Innenbatterie durch Eis blockiert
Wahrscheinliche Ursachen
Luftfilter oder Innenbatterie stark verstopft → unzureichender Luftstrom am Verdampfer
Prüfen: Den Filter und die Batterie prüfen — passt das Licht kaum durch den Filter, Verstopfung bestätigt; die Batterie auf Eis und Staub prüfen. Ausblasstrom unter 50 % des Normalen. Läuft der Lüftermotor normal, ist es ein luftseitiges Problem.
Maßnahme: 1) Die Kühlung sofort stoppen; den Lüfter ausschalten (ihn laufen zu lassen verlangsamt das Auftauen — weniger Wärme erreicht das Eis). 2) Den Strom trennen, die Ablaufwanne mit einer Plastikfolie schützen, einen Eimer darunter stellen. 3) **Das Auftauen mit einer 3-kW-Heißluftpistole oder einem Dampfreiniger erzwingen — in 30 min bis 1 h erledigt.** Die Dampfpistole ist am schnellsten. 4) Prüfen, dass der Ablaufschlauch frei ist (das Schmelzwasser muss abfließen). 5) Nach dem Auftauen den Filter reinigen/ersetzen und die Batterie mit abwaschfreiem Reiniger waschen. 6) Vor dem Neustart die Überhitzung 5–8 °C prüfen; andernfalls die Füllung und den TXV prüfen. **NICHT auf natürliches Auftauen warten — verdirbt den gelagerten Inhalt und legt den Betrieb lahm.**
Niedriges Kältemittel → Verdampfungstemperatur fällt weit unter 0 °C
Prüfen: Das niederseitige Manometer messen — R-410A normal 7–8 bar (Verdampfung 5–7 °C); unter 5 bar bedeutet, dass die Verdampfung unter −5 °C fällt und Eis verursacht. Anhaltende Blasen im Schauglas + warme Ausblasluft = Leck bestätigt.
Maßnahme: Nach dem Auftauen → alle Bördelverbindungen, Serviceventile, Lötverbindungen mit dem elektronischen Detektor absuchen → das Leck neu bördeln/neu löten → das gesamte Kältemittel absaugen → auf ≤500 Mikron für 30 min evakuieren → auf das genaue Typenschildgewicht füllen. Kein Nachfüllen.
Innenlüftermotor läuft langsam oder steht — kein Luftstrom = die Batterie vereist
Prüfen: Den Lüftermotor visuell und mit dem Gehör prüfen — dreht er nicht oder ist laut, Lager/Kondensator verdächtigen. Den Strom messen (±20 % des Nennwerts = defekt), den Kondensatorwert (±10 % des Etiketts = OK). Bei DC-Wechselrichterlüftern auch das Platinensignal prüfen.
Maßnahme: Ist der Kondensator schlecht, durch gleiches μF/Spannung ersetzen. Lagergeräusch = den Motor ersetzen (AC-Spaltpol vs. BLDC abstimmen). Das Blatt auf Ablagerungen/Verformung prüfen. Hat Staub ihn gestoppt, das Blatt und den Motor vor dem Neustart reinigen.
Langer Betrieb bei sehr niedrigem Sollwert (≤18 °C) in kühler Umgebung
Prüfen: Den Sollwert der Fernbedienung prüfen — ob auf ≤18 °C eingestellt, während die Umgebung nachts unter 20 °C fällt. Den Benutzer nach dem Nutzungsmuster fragen (Betrieb die ganze Nacht?).
Maßnahme: Einen Sollwert 22–26 °C empfehlen; den Schlaftimer oder die automatische Abschaltung aktivieren. Bei kühler Umgebung den Auto-Modus verwenden. Außer für industrielle Vitrinen/Serverräume ist ein anhaltender 18-°C-Betrieb unnötig.
Ein 2- oder mehrmaliges Vereisen deutet fast sicher auf ein Leck hin. Nur abtauen und gehen = Rückruf in wenigen Tagen. Nach dem Abtauen immer die Niederdruck-/Überhitzungs-/Leckprüfung abschließen, bevor du gehst. Vor Ort ist ein Heißluftgebläse 10× schneller als der Lüfter.
Alle 565 Fälle laufen offline in R-Pro, dazu Fehlercodes von 62 Marken und P-T-Daten für 108 Kältemittel.
R-Pro öffnen →Verwandte Fälle
- Gerät völlig funktionsunfähig
- Verschiedene ungewöhnliche Geräusche im Betrieb
- Wasseraustritt aus der Inneneinheit / schlechter Ablauf
- Übler Geruch im Betrieb
- Durchbrand des IGBT-Moduls der Wechselrichterplatine (Fehler E6/H6)
- Durchbrand des BLDC-Außenlüftermotors (Lagerverschleiß → Überstromauslösung)