R-ProPraxisfälleKühlschränke und Vitrinen

Nicht kondensierbare Gase — Luft/Stickstoff im System, Diagnose und Entfernung

Wahrscheinliche Ursachen

Nicht-Kondensierbare diagnostizieren — durch Druck vs. Temperatur identifizieren

Prüfen: Prinzip: Luft, Stickstoff und andere Nicht-Kondensierbare, die in ein System eingebracht werden, verflüssigen sich nicht im Verflüssiger und sammeln sich als Gas oben im Verflüssiger → der Ausblasdruck steigt anormal über den PT-Tabellenwert. Verfahren: ① Das System stoppen und es sich an die Umgebung ausgleichen lassen (typischerweise ≥2 Stunden, länger bei großen Systemen). ② Im Gleichgewicht den Hochdruck am Manometer ablesen. ③ Mit dem PT-Tabellensättigungsdruck für die Umgebung vergleichen — Ablesung >0,5 bar über der PT-Tabelle = Nicht-Kondensierbare verdächtigt. ④ Den Nicht-Kondensierbaren-Anteil aus der Drucklücke schätzen; eine 1-bar-Lücke ≈ 5–10 % nach Volumen (variiert mit der Systemgröße). Zusätzliche Zeichen: Ausblasleitung sehr heiß, hohes Kompressionsverhältnis, Verflüssigeroberseite heißer als üblich.

Maßnahme: Mit parallelen Prüfungen verifizieren: ① Flüssigkeitsleitungs-Schauglas — klar bei gesundem Zustand. Mit Nicht-Kondensierbaren oben im Verflüssiger können feine Blasen in der Flüssigkeitsleitung erscheinen. ② Eine Gasprobe zum Identifikator nehmen — 'Luft'-Kanal ≥3 % = Nicht-Kondensierbare. ③ Den Absaugtank gleichzeitig prüfen — das Gas kann sich nach der Absaugarbeit oben sammeln. Eintrittswege: ① Unzureichendes Vakuum (Restluft im System belassen). ② Betrieb nach einem Leck (die Niederdruckseite fällt unter atmosphärisch und saugt Luft ein). ③ Falsche Füllsequenz (Stickstoff unter Druck, dann schwaches Vakuum, oder Luft aus einer Dose aufgenommen).

Nicht-Kondensierbare entfernen und ein Wiederauftreten verhindern

Prüfen: Entfernungsverfahren: ① Das System absaugen → auf ≤500 Mikron + 30-min-Abfall evakuieren (auch eine Lecksuche). ② Beim Bestehen frisches Kältemittel nachfüllen (auch den Filtertrockner ersetzen). ③ Nicht-Kondensierbare in einem Absaugtank — den Tank 24 Stunden aufrecht stehen lassen, dann langsam nur das Gas durch das obere Ventil ablassen (kleine Menge). Dies nur tun, wo die Vorschriften es erlauben (EPA 608 usw. prüfen). Vorbeugung: ① Das Vakuum standardisieren — Mikron-Vakuummeter, ≤500 Mikron + 30-min-Abfall-Bestehen. ② Jährliche Lecksuche. ③ Beim Füllen nach dem Vakuum sofort als Flüssigkeit durch die Flüssigkeitsleitung füllen (Stickstoffrückstand oder Lufteintritt vermeiden).

Maßnahme: Referenz — Manometerdruck im Ruhegleichgewicht nach Umgebung. R-22: 25 °C ≈ 9,5 bar, 30 °C ≈ 11,0 bar, 35 °C ≈ 12,7 bar. R-410A: 25 °C ≈ 15,5 bar, 30 °C ≈ 18,0 bar, 35 °C ≈ 20,7 bar. R-32: 25 °C ≈ 16,0 bar, 30 °C ≈ 18,5 bar, 35 °C ≈ 21,3 bar. R-134a: 25 °C ≈ 5,6 bar, 30 °C ≈ 6,7 bar, 35 °C ≈ 7,9 bar. Ablesung innerhalb ±0,3 bar der Tabelle ist normal (Manometertoleranz inbegriffen). Ablesung >0,5 bar über der Tabelle = Nicht-Kondensierbare verdächtigen. Bei unzureichender Ruhezeit (<2 h) kann Restflüssigkältemittel im System den Druck hoch halten — das verzerrt die Diagnose. Eine angemessene Ruhezeit ist der Schlüssel zur Genauigkeit.

Praxistipp

Die größte Falle bei der Diagnose nicht kondensierbarer Gase ist eine zu kurze Ruhezeit. Nach nur 30 Minuten Stillstand hält restliches flüssiges Kältemittel den Druck hoch → falsch positiv für nicht kondensierbare Gase. Große Systeme (kommerzielle Kühlaggregate, Kühlräume) brauchen 4–6 h Ruhe. Die wichtige Gewohnheit: 'Stoppzeit + Messzeit + Umgebung + Druck' alle zusammen in der R-Pro-Karte protokollieren.

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