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Ablesen des Ölschauglases — normale vs. fehlerhafte Muster und stufenweise Interpretation
Wahrscheinliche Ursachen
Normale Muster — Schauglasaussehen nach Betriebsstufe
Prüfen: Beobachtungspunkte (Hubkolben-Referenz): ① In Ruhe — Öl abgesetzt, Schauglas auf 1/2–3/4-Niveau, kein Schaum. ② Unmittelbar nach dem Start (erste 30 s) — kurz starkes Schäumen (der Saugdruckabfall setzt das gelöste Kältemittel aus dem Öl frei). Normal. ③ Stabiler Betrieb (5–10 min nach dem Start) — 1/2–3/4-Niveau + leichter Mikroschaum (kleine Blasen, langsamer Anstieg). Nach Verdichtertyp — viele Scroll-/Rotationstypen sind hermetisch ohne Schauglas. Wechselrichtersysteme — das Schaummuster kann sich mit der Betriebsfrequenz verschieben.
Maßnahme: Wenn das Muster normal ist, keine weitere Aktion. Ein Schauglasfoto für jede Betriebsstufe (Stopp, Start, stabil) auf der R-Pro-Inspektionskarte aufzeichnen, um als Basislinie für einen künftigen Vergleich zu dienen. Um Kamerablendung zu vermeiden, von der Seite mit einer Taschenlampe beleuchten und von vorne schießen — sowohl die Blasenform als auch die Ölfarbe deutlich erfassen.
Fehlerhafte Muster — was anormaler Schaum, Farbe und Stand bedeuten
Prüfen: Zuordnung anormaler Muster: ① Starkes Schäumen und trübes Schauglas auch im stabilen Betrieb — überschüssiges gelöstes Kältemittel im Öl (niedrige Last + Flüssigkeitsrückfluss) oder große Druckschwankungen durch Lecks. ② Dicker milchiger, zäher Schaum — Feuchtigkeit im Öl (schlechtes Vakuum, Leck lässt Luft ein). Sofortiges Vakuum und Feuchtigkeitsentfernung nötig. ③ Farbe — normal ist golden / hellbernstein. Dunkelbraun = Oxidation fortschreitend; schwarz = einen Durchbrand verdächtigen; milchig/trüb weiß = Feuchtigkeit. ④ Stand — sehr niedrig (<1/4): Ölrückführausfall oder Leck. Sehr hoch (>3/4 bis über die Oberseite): starke Kältemittellösung (Flüssigkeitsrückfluss möglich).
Maßnahme: Aktion: ① Starkes Schäumen + Systemdruckschwankungen — die Diagnose und Verfahren von superheat-flooded-emergency oder suction-high-flooded anwenden. ② Milchiger Schaum + Feuchtigkeit — absaugen → evakuieren (≤500 Mikron + 30-min-Abfall) → einen neuen Filtertrockner installieren + einen Sauleitungstrockner hinzufügen → frisches Öl (das alte Öl entsorgen, Typ/Viskosität abstimmen) → das Kältemittel nachfüllen. ③ Dunkle Farbe + Säureverdacht — das Verfahren compressor-oil-acid anwenden. ④ Sehr niedriger Stand — das Pump-down von oil-return-recovery anwenden oder Lecks reparieren, dann nachfüllen. ⑤ Sehr hoher Stand — die Füllung prüfen (Überfüllung möglich) und nach Flüssigkeitsrückflusssymptomen suchen. In allen Fällen die Schauglasfotos mit Zeitetiketten in der R-Pro-Inspektionskarte speichern.
Das Ablesen des Schauglases ist kein Ein-Sekunden-Blick — mindestens eine Minute beobachten. Wie sich der Schaum über die Zeit ändert (steigend, fallend, stabil) ist das Diagnosesignal. 15–30-Sekunden-Videos in jeder Betriebsphase aufnehmen und in die R-Pro-Prüfkarte anhängen; sie sind für eine spätere Expertenberatung sehr nützlich. Alle drei Phasen aufzeichnen: Stopp, Start, stabil.
Alle 565 Fälle laufen offline in R-Pro, dazu Fehlercodes von 62 Marken und P-T-Daten für 108 Kältemittel.
R-Pro öffnen →Verwandte Fälle
- Anormale Überhitzung — Diagnose niedrig / hoch
- Überhitzungspendeln — TXV-Pendeln
- Überhitzung nicht messbar — Zuverlässigkeitsfehler von Manometer oder Thermometer
- Anormale Unterkühlung — Diagnose niedrig / hoch
- Unterkühlung null — kontinuierliche Blasen im Flüssigkeitsschauglas
- Verwendung der PT-Tabelle — Diagnose der Druck↔Temperatur-Umrechnung