R-ProPraxisfälleKühlschränke und Vitrinen

Kältemittelüberfüllung — Symptome, Diagnose, Absaugung auf Spezifikation

Wahrscheinliche Ursachen

Ausblas anormal hoch + Unterkühlung >15 °C — Verflüssiger teilweise geflutet

Prüfen: Standarddiagnose: Hochdruckseite >0,3 MPa über dem Normalwert + Unterkühlung >15 °C bestätigt eine Überfüllung. Den unteren Verflüssiger berühren; eine breite kalte Zone = flüssigkeitsgeflutet. Die Saugleitung ist kälter als normal — Zeichen für Flüssigkeitsschlagrisiko.

Maßnahme: 1) In 200-g-Schritten absaugen — nach jeder Absaugung 5 min warten, erneut messen. 2) Bis zum Ziel wiederholen: Unterkühlung 5–10 °C + Hochdruckseite normal ±0,1 MPa. 3) Das abgesaugte Kältemittel in einer Absaugflasche lagern; etikettieren (Typ, Absaugdatum, Gewicht). 4) Die Differenz Typenschild- vs. tatsächliche Füllung im Servicebericht dokumentieren.

Langzeiteffekte — eine anhaltende Überfüllung beschädigt den Verdichter und die Rohrleitung

Prüfen: Anormale Vibration/Geräusch während des Verdichterbetriebs (Flüssigkeitsschlagzeichen), Stromverbrauch +15 % über dem Nennwert, anormales Schwitzen/Reifen an der Saugleitung. Langfristig: Verdichterventilschaden → reduzierte Ausblaseffizienz → dauerhafter Leistungsverlust.

Maßnahme: 1) Sofort auf die Spezifikation absaugen, um eine korrekte Füllung wiederherzustellen. 2) Den Verdichter diagnostizieren — Strom/Vibration/Geräusch vs. normal messen. Anormal = bereits beschädigt → einen Austausch erwägen. 3) Die Überfüllungsursache mit dem Benutzer oder dem vorherigen Techniker teilen, um ein Wiederauftreten zu verhindern. 4) 1 Woche nach dem Service auf Druckstabilität überwachen.

Ursache — Ansammlung durch 'Unterfüllung annehmen → nachfüllen' ohne Leckreparatur

Prüfen: Die Servicehistorie prüfen — mehrere 'Nachfüll'-Aufzeichnungen über 6 Monate bis 1 Jahr verdächtigen stark ein nicht repariertes Leck. Der Druck beginnt normal, steigt aber im Laufe der Zeit.

Maßnahme: 1) Vollständige Absaugung + Neufüllung auf die Spezifikation (hebt die kumulative Nachfüllung auf). 2) Gleichzeitig eine Lecksuche durchführen — die Historie kann die Leckstelle nahelegen. 3) Nach der Leckreparatur erneut evakuieren und auf die Spezifikation nachfüllen. 4) Den Benutzer aufklären — 'die Nachfüllung ist eine kurzfristige Behelfslösung; die echte Behebung ist die Leckreparatur'.

Praxistipp

Die Überfüllung stammt meist von angesammelten Nachfüllungen. Jede Füllung sollte sein: vollständige Absaugung → Füllung auf Spezifikation nach Gewicht. Nachfüllen schafft dasselbe Problem für den nächsten Techniker.

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