R-ProPraxisfälleKühlschränke und Vitrinen

Saugdruck bei niedriger Last — normal von fehlerhaft unterscheiden (niedrige Last ≠ niedrige Füllung)

Wahrscheinliche Ursachen

Normale niedrige Last — kühle Umgebung, Nacht, direkt nach dem Herunterkühlen

Prüfen: Kombinierte Werte: ① Ansaugung (Niederdruckseite) bei ~70–85 % des Normallastwerts. ② Ausblas (Hochdruckseite) fällt gleichzeitig (die kühle Umgebung senkt den Verflüssigungsdruck). ③ Überhitzung — TXV-Systeme steigen (12–16 °C), Kapillarsysteme driften leicht nach unten (2–4 °C, aber nicht nahe 0 °C). ④ Sauleitungsschwitzen — normales Niveau. ⑤ Immer die Umgebungs- und Raumtemperaturen aufzeichnen. Merkmal einer normalen niedrigen Last: Ansaugung UND Ausblas fallen zusammen; das Überhitzungsverhalten hängt von der Dosiereinrichtung ab.

Maßnahme: Aktion: ist es ein normales Niedriglastverhalten, keine Füllung oder Einstellung nötig. Die Laufzeiten werden länger mit oft verbesserter Effizienz. Dem Benutzer erklären: 'das System läuft sanft, weil es kühl ist'. Sind die Umgebung und der Raum normal, aber nur die Ansaugung niedrig, zur nächsten Ursache eskalieren (niedrige Füllung oder Verdampferverengung).

Fehlerhaft — derselbe niedrige Saugdruck weist auf eine andere Diagnose hin

Prüfen: Unterscheidungssignale: ① Ausblas normal oder leicht hoch, während nur die Ansaugung niedrig ist → eine Verdampferverengung, einen Lüfterausfall oder einen Filtertrockner-Verstopfung verdächtigen. ② Überhitzung sehr hoch (>15 °C) + Blasen im Schauglas → niedrige Füllung fast bestätigt. ③ Sauleitungsschwitzen fehlt (sollte normalerweise schwitzen) + Ausblasleitung sehr heiß (>90 °C) → niedrige Füllung + übermäßiges Kompressionsverhältnis. ④ Der Raum erreicht den Sollwert nicht → die Füllung ist normal, aber die Systemkapazität ist die Grenze.

Maßnahme: Aktion: ① Die Verdampferbatterie reinigen und den Lüfterstrom messen. ② Den Druckverlust des Filtertrockners prüfen (angenähert durch die Ein-Austritts-Tempdifferenz; normal 1–2 °C). ③ Den TXV prüfen (Fühlerkörperposition, externer Ausgleich). ④ Ist die niedrige Füllung bestätigt: Lecksuche → absaugen → evakuieren → gemessene Neufüllung (siehe den vorherigen Fall shortcycle-low-charge-cycle). ⑤ Verdichtereffizienzverlust (verschlissene Ventilplatte) — Ansaugung und Ausblas beide schwächer als normal → einen Verdichteraustausch erwägen.

Praxistipp

Häufiger Feldfehler: nur die Ansaugung betrachten und 'niedrige Füllung' erklären — obwohl die Realität eine normale niedrige Last oder eine Batteriedrosselung ist. Goldene Regel: Ansaugung, Ausstoß, Überhitzung, Unterkühlung, Umgebung und Möbeltemperatur zusammen protokollieren, dann schließen. Nie anhand einer einzigen Ablesung entscheiden.

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