R-ProPraxisfälleKaltwassersätze

Hochdruck-(HD-)Auslösung des Kaltwassersatzes — Verdichterabschaltung

Wahrscheinliche Ursachen

Verflüssiger schmutzig — luftgekühlt: Staub/Insekten, wassergekühlt: Kalk/Biofilm

Prüfen: Luftgekühlt: die Batterielamellen visuell prüfen (Pollen, Blätter, Insekten); steigendes Hochdruckmanometer (R-134a normal 14–16 bar, >18 bar = verschmutzt). Wassergekühlt: Wasser-ΔT Ein-/Austritt (normal 5 °C, unter 3 °C fallend weist auf Rohrverschmutzung hin); Mantelseite heiß beim Anfassen.

Maßnahme: Luftgekühlt: den Strom trennen → das Batteriegitter entfernen → von oben nach unten mit Niederdruckwasser (15–20 bar) waschen + die Lamellen mit dem Kamm richten + alkalischer Reiniger bei starker Verschmutzung. Wassergekühlt: die Wasserzirkulation stoppen → die Endabdeckungen des Verflüssigers entfernen → die Rohre mechanisch bürsten oder einen sauren Entkalker 4–8 h zirkulieren → mit Neutralisation spülen → neu starten. Jährliche Reinigung erforderlich.

Verflüssigerlüfter gestoppt oder Rückwärtsdrehung (luftgekühlt)

Prüfen: Die Lüfterdrehung visuell prüfen — die Luft sollte nach oben ausgeblasen werden; bei Stillstand den Kondensator messen (±10 % des Etiketts). Bei Drehstrom die Phasenfolge prüfen (vertauschte Phase = Rückwärtsdrehung). Den Wicklungswiderstand des Lüftermotors messen (zwischen den Phasen ausgeglichen).

Maßnahme: Schlechter Kondensator → durch gleiches μF/Spannung ersetzen. Rückwärtsdrehung → zwei beliebige Phasen tauschen (z. B. L1 und L2). Motor durchgebrannt (Rauch/Brandgeruch) → durch gleiches kW/Pol ersetzen. Das Lüfterblatt auf Verformung/Schaden prüfen.

Niedriger Kühlwasserdurchsatz (Pumpenausfall, Y-Sieb verstopft, Ventil geschlossen)

Prüfen: Das Pumpendruckmanometer prüfen (±10 % der Auslegung), den Differenzdruck des Y-Siebs (>0,3 bar = verstopft), visuell prüfen, dass die Ventile offen sind. Ist ein Durchflussmesser vorhanden, den % des Auslegungsdurchsatzes prüfen. Auch den Beckenstand des Kühlturms prüfen (Verdunstungs-/Austragsverlust).

Maßnahme: Das Y-Sieb demontieren und reinigen (Ablagerungen entsorgen); die Ventile vollständig öffnen; ist die Pumpe ausgefallen, das Laufrad/die Dichtung prüfen und die Pumpe bei Bedarf ersetzen. Die Luft über den Entlüfter ablassen. Ist das Turmbecken niedrig, die Nachfüllwasserleitung und das Schwimmerventil prüfen.

Kältemittelüberfüllung

Prüfen: Die Unterkühlung messen — Flüssigkeitsleitungstemp minus Verflüssigungssättigungstemp. Normal 5–8 °C; >10 °C = Überfüllung. Auch begleitet von hohem Druckgasdruck und völlig klarem Flüssigkeitsschauglas (überhaupt keine Blasen). Die Servicehistorie auf Nachfüllungen prüfen.

Maßnahme: Den Überschuss hochseitig mit der Rückgewinnungsmaschine absaugen — die Flüssigkeitsabsaugung ist schneller. Die Unterkühlung und den Hochdruck während der Absaugung in Echtzeit überwachen; stoppen, wenn die Unterkühlung auf 5–8 °C zurückkehrt. Die abgesaugte Menge protokollieren. Zuletzt die Gesamtfüllung gegen das Typenschild wiegen.

Nicht kondensierbares Gas (Luft oder Reststickstoff) im System

Prüfen: 30 min+ stoppen, um zu stabilisieren → die Umgebung am Verflüssiger messen → mit der Sättigungstemperatur des hochseitigen Manometers vergleichen. Ist die Sättigung >5 °C über der Umgebung, sind nicht kondensierbare Gase vorhanden. Ein unzureichendes Vakuum bei einem früheren Service verdächtigen.

Maßnahme: Vollständige Absaugung → mit der Vakuumpumpe auf ≤500 Mikron für 30+ min evakuieren → einen Vakuumhaltetest durchführen (Anstieg ≤100 Mikron in 15 min) → auf das genaue Typenschildgewicht füllen. Frisches Vakuumpumpenöl und hochwertige Vakuumschläuche verwenden.

Praxistipp

Der HD-Druckschalter kann selbst defekt sein — häufig. Vor dem Austausch den tatsächlichen Hochdruck am Manometer prüfen — löst er aus, ist der reale Druck aber normal, ist der Schalter schuld. Den Auslöse-Sollwert (typisch R-134a 20 bar, R-410A 42 bar) mit der Herstellerangabe abgleichen.

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