R-Pro › Praxisfälle › Tiefkühlung und Ultratieftemperatur
Reaktion auf den NH3-Leckdetektoralarm (25-ppm-Warnung bis 500-ppm-Evakuierung)
Wahrscheinliche Ursachen
Alterung der Flanschdichtung oder lose Schrauben → Mikroleck erreicht 25 ppm
Prüfen: Das Drehmoment der Flanschschrauben prüfen (vs. Auslegungsspezifikation) + eine Seifenlösung auftragen und auf Blasenbildung prüfen.
Maßnahme: 1. Mit umluftunabhängigem Atemschutz (SCBA) die Flanschschrauben über Kreuz anziehen (80 %, dann 100 % des Auslegungsdrehmoments, zweimal wiederholen) 2. Ist die Dichtung beschädigt, das Kältemittel absaugen, dann ersetzen 3. Eine NH3-klassifizierte Spiraldichtung verwenden.
Dichtung der Schraubverbindung von Manometer / Thermometer beschädigt
Prüfen: Den NH3-Detektor innerhalb 5 cm von der Verbindung halten und auf einen ppm-Anstieg prüfen.
Maßnahme: 1. Das Kältemittel absaugen, dann mit PTFE-Band + NH3-klassifiziertem Dichtmittel neu montieren 2. Nach dem Neustart mit Seifenlösung erneut prüfen 3. Leckt dieselbe Stelle 3+ mal, auf eine geschweißte Edelstahlverbindung umstellen.
Rohrleitungs-Schweißriss oder Verbindungskorrosion → NH3-Gas entweicht
Prüfen: Sichtprüfung (Risslinien, Rostspuren) + Stickstoff-Drucktest (10 bar 30 min halten) + Seifenblasenprüfung.
Maßnahme: 1. Das Kältemittel vollständig absaugen, dann den Rohrleitungsabschnitt mit Stickstoff spülen 2. Schweißriss: ausschleifen, mit TIG/Argon neu schweißen (Edelstahl oder Kohlenstoffstahl, NH3-klassifiziert) 3. Korrodiertes Rohr: diesen Abschnitt ersetzen, die Isolierung neu anbringen, dann neu starten.
Sicherheitsventilsitz beschädigt → kontinuierliches geringes Leck unter dem Sollwert
Prüfen: Den NH3-Detektor am Ausblasauslass des Sicherheitsventils halten — ein anhaltender ppm-Anstieg im Normalbetrieb bestätigt einen Sitzschaden.
Maßnahme: 1. Das Sicherheitsventil isolieren und ersetzen (keine Feldreparatur; NH3-Sicherheitsventile erfordern eine vollständige Werkskalibrierung) 2. Vorübergehend vor dem Austausch: die Öffnung des vorgeschalteten Absperrventils minimieren, die Belüftung auf Maximum laufen lassen 3. Nach dem Austausch den Sollwertdruck dokumentieren.
Maschinenraum-Lüftungsventilator gestoppt → die NH3-Konzentration sammelt sich (unzureichender Luftstrom)
Prüfen: Die Lüfterstromversorgung und den Wechselrichter-Auslösestatus prüfen → die NH3-Detektoranzeige im Maschinenraum prüfen (Normalbetrieb: unter 10 ppm).
Maßnahme: 1. Vor der Lüfterwiederherstellung einen SCBA anlegen und die Maschinenraumtür teilweise öffnen (wenn möglich gleichzeitig das gegenüberliegende Fenster öffnen) 2. Den Motordurchbrand oder die Wechselrichter-Auslöseursache beheben, dann neu starten 3. Die NH3-Detektor-Lüfter-Verriegelung erneut bestätigen (Detektoralarm → automatischer Lüfter auf Maximum).
Lebensende des Detektorsensors (Austauschintervall des elektrochemischen Sensors: 2~3 Jahre) → Fehlalarm oder verpasster Alarm
Prüfen: Das Kalibrierdatum prüfen + mit NH3-Standardgas (25 ppm) testen → bei einer Abweichung der Reaktion von mehr als ±5 ppm ersetzen.
Maßnahme: 1. Den elektrochemischen Sensor ersetzen (gleiches Modell oder kompatibler zertifizierter Sensor) 2. Nach dem Austausch mit dem 25-ppm-Standardgas kalibrieren → die Alarmsollwerte erneut bestätigen 3. Den Austausch im Wartungsprotokoll dokumentieren (Datum, Sensor-LOT-Nummer, Techniker).
NH3 25 ppm = wahrnehmbarer stechender Geruch. 500 ppm = lebensbedrohlich nach 30 min Exposition. Nie allein dem Geruch vertrauen — immer der Detektoranzeige vertrauen.
Alle 565 Fälle laufen offline in R-Pro, dazu Fehlercodes von 62 Marken und P-T-Daten für 108 Kältemittel.
R-Pro öffnen →Verwandte Fälle
- Temperatur des Kühlraums / Gefrierraums steigt
- Reifbildung am Kühlraum-Verdampfer / Abtaufehler
- Startfehler / Überlast des Kühlraumverdichters
- Feuchtigkeitsverunreinigung im Kühlraumsystem
- Bruch des Bodenheizkabels im Gefrierraum → Bodenfrosthebung
- Verhärtung und Schrumpfung der Türdichtung → Kaltluftverlust (verschlimmerte Außenkondensation)