R-ProPraxisfälleTiefkühlung und Ultratieftemperatur

Ölemulgierung des NH3-Systems (Feuchtigkeitseintritt)

Wahrscheinliche Ursachen

Wellendichtung verschlissen oder beschädigt → Feuchtigkeits- und Lufteintritt (milchig weiße Emulsion im Öl)

Prüfen: Eine Ölprobe nehmen — auf eine weiße Emulsion (Feuchtigkeit) oder braune Verfärbung (Oxidation) prüfen. Säuretest (pH ≤6 oder TAN >0,3 mgKOH/g) → das Öl bei Überschreitung der Grenze sofort ersetzen.

Maßnahme: Vor dem Austausch der Wellendichtung: Stickstoff-Drucktest bei 3 bar am Dichtungsbereich, um das Leck zu lokalisieren. Nach dem Dichtungsaustausch die gesamte Ölfüllung durch ein NH3-spezifisches Öl ersetzen (PAG oder für NH3 klassifiziertes Mineralöl) — nie ein Allzweck-Synthetiköl verwenden.

Ölabscheider-Ablassventil nicht geöffnet → die Feuchtigkeit sammelt sich, die gesamte Ölfüllung verunreinigt

Prüfen: Das Ölabscheider-Ablassventil wöchentlich öffnen; die Farbe und den Geruch der abgelassenen Flüssigkeit prüfen — milchig weiß weist auf Feuchtigkeitsverunreinigung hin.

Maßnahme: Die gesamte Ölfüllung ersetzen. Eine wöchentliche Öffnungsroutine des Ablassventils festlegen. Ölwechselintervall: 8.000 Betriebsstunden oder jährlich.

Wasserseitiges Leck des Ölkühlers → ein Nadelloch im Rohr des wassergekühlten Ölkühlers lässt Wasser einmischen

Prüfen: Hydraulischer Test am Ölkühler (≥10 bar) → das Rohrbündel bei gefundenen Nadellöchern ersetzen.

Maßnahme: Das Rohrbündel ersetzen, dann die gesamte Ölfüllung ersetzen. NH3 reagiert mit Feuchtigkeit zu NH4OH — verursacht Metallkorrosion und Säureanstieg.

Praxistipp

Abgelassenes NH3-Öl enthält noch Restammoniak — immer einen NH3-Detektor tragen und den Altölbehälter sofort verschließen. Zwingend NH3-spezifisches Öl (PAG oder für NH3 zugelassenes Mineralöl) verwenden; nie universelles Synthetiköl verwenden.

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