R-ProPraxisfälleTransportkälte

Der Kühl-Lkw erreicht während der Fahrt den Sollwert nicht

Wahrscheinliche Ursachen

Niedriges Kältemittel — die Vibration verursacht kumulative Mikrolecks an Bördeln und Schlauchverbindungen

Prüfen: Die Einheit 15 min laufen lassen, den Manifold anschließen — R-404A normal: niedrig 2,0–2,5 bar, hoch 14–18 bar. Unter 1,5 bar = niedrig. Kontinuierliche Blasen im Schauglas und leichter Reif auf der Ansaugung nach dem TXV = Unterfüllung. Nach Ölflecken an den Schlauchverbindungen suchen (das Kältemaschinenöl markiert Lecks).

Maßnahme: Alle Bördelverbindungen, Serviceanschlüsse und Schlauchverbindungen mit dem elektronischen Leckdetektor absuchen; mit Leckspray bestätigen. Bei Bördellecks die Muttern nachziehen (typischerweise 35–40 N·m) oder neu bördeln; den Schlauch bei Korrosion ersetzen. Nach der Reparatur vollständige Absaugung → Vakuum ≤500 Mikron 30 min → Füllung auf das genaue Typenschildgewicht.

Verschmutzung der Verflüssigerbatterie — Straßenstaub, Insekten, Ölansammlung reduziert die Wärmeabgabe um 30–40 %

Prüfen: Den Verflüssiger visuell prüfen — Staub-/Insektenkrusten zwischen den Gitterlamellen, verbogene Lamellen. Steigender Hochdruck im Betrieb (R-404A >20 bar bestätigt die Verschmutzung nahezu). Die Batterieoberfläche fühlt sich eher warm als heiß an. Den Gitterablauf auf Verstopfung prüfen.

Maßnahme: Druckwäsche (≤20 bar) von der Rückseite nach außen — die Richtung umzukehren drückt die Verschmutzung tiefer. Starkes Öl: einen alkalischen Reiniger auftragen, 10 min einwirken, spülen. Einen Lamellenkamm auf verbogene Lamellen verwenden. Den Verflüssigerlüfter gleichzeitig reinigen.

Niedrige Motordrehzahl — die Verdichterleistung fällt im Leerlauf im Stadtverkehr

Prüfen: Die Motorleerlaufdrehzahl messen, während das Kühlaggregat läuft (muss ≥1.000 U/min bleiben). Den Betrieb des Gasgeben-Magnetventils prüfen (die Drehzahl sollte steigen, wenn das Kühlaggregat einschaltet). Leerlauf ≤700 = unzureichende Kühlung.

Maßnahme: Die Spannung/den Betrieb des Gasgeben-Magnetventils prüfen; bei Defekt ersetzen, das Gestänge prüfen. Die Leerlauf-Stellschraube auf 800–1.000 U/min einstellen. Ist der Motorzustand schlecht (Kraftstoff-/Luftfilter), separat warten. Bei Strecken mit starkem Verkehr während der Autobahnabschnitte vorkühlen.

Antriebsriemen rutscht oder locker — Direktantriebsriemen Carrier/Thermo King

Prüfen: Motor aus, Schlüssel auf OFF, den Batterie-Minuspol trennen, den Riemen in Spannweitenmitte mit dem Daumen drücken — 10–15 mm Durchhang normal (>20 mm = locker). Den Riemen auf Verglasung/Risse/Ausfransen prüfen; schwarzer Staub oder Gummiablagerungen auf den Riemenscheiben = Schlupf.

Maßnahme: Den Spanner auf 10–15 mm Durchhang einstellen. Den Riemen bei Verglasung/Rissen ersetzen (gleiche Spezifikation; bei Zwillings-Keilriemen immer als Satz ersetzen). Die Riemenscheibenausrichtung mit dem Haarlineal prüfen; bei Fehlausrichtung auch die Lager prüfen.

TXV-Überhitzung falsch eingestellt — falscher Kältemittelfluss

Prüfen: SH = Verdampferaustrittsrohrtemp (Zangenthermometer) minus niederseitige Sättigungstemp. Ziel 5–8 °C. >10 °C = TXV unterversorgt, <3 °C = Überversorgung. Die Fühlerposition prüfen (12 Uhr an der horizontalen Saugleitung nach dem Verdampfer, vollständig isoliert).

Maßnahme: Die TXV-Einstellschraube drehen — im Uhrzeigersinn anziehen (höhere SH), gegen den Uhrzeigersinn lösen. In 1/4-Umdrehungs-Schritten einstellen, 15 min zum Stabilisieren warten, neu messen. Ziel 5–8 °C. Hat die Einstellung keine Wirkung, die TXV-Baugruppe ersetzen.

Praxistipp

Hält die Temperatur selbst bei 80–90 km/h Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn nicht, Verdächtiger Nr. 1: Verflüssigerverschmutzung, Nr. 2: niedriges Kältemittel. Batterie mit der Hand berühren: warm, nicht heiß, bestätigt Verschmutzung. Eine defekte Kastentürdichtung ist überraschend häufig — ist der Sollwert unerreichbar, auch die Türdichtung prüfen.

Alle 565 Fälle laufen offline in R-Pro, dazu Fehlercodes von 62 Marken und P-T-Daten für 108 Kältemittel.

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