R-ProPraxisfälleBauteile

Überhitzung zu niedrig (<3 °C) → Flüssigkeitsschlag in den Verdichter

Wahrscheinliche Ursachen

Überspeisung des TXV — Federeinstellung zu niedrig oder schlechter Fühlerkontakt

Prüfen: SH = Sauleitungstemp (Klemme) minus niederseitige Sättigungstemp — <3 °C = zu niedrig. Den Fühler prüfen (12 Uhr, Isolierung intakt), den Fühler von Hand zu wackeln versuchen (lockeres Band?). Die Verdichterausblasleitungstemp messen — viel niedriger als normal oder Reif an der Sauleitung = Flüssigkeitsfluten im Gange.

Maßnahme: Die TXV-Einstellschraube 1/4 Umdrehung im Uhrzeigersinn drehen (erhöht die SH) → 15 min warten → erneut messen. Ziel 5–8 °C. Ist der Fühler locker, neu klemmen und neu isolieren. Hat die Einstellung keine Wirkung, die TXV-Baugruppe ersetzen. Vor dem Einstellen das Abschalten des Verdichters erwägen, um Schäden zu verhindern.

EEV-SH-Ziel zu niedrig eingestellt (≤2 °C)

Prüfen: Das Parametermenü des EEV-Reglers aufrufen → den SH-Sollwert prüfen. ≤2 °C = zu niedrig. Die Parametercodes unterscheiden sich je nach Marke (Dixell, Danfoss, Carel) — das Handbuch konsultieren. Eine große Lücke zwischen der tatsächlichen SH und dem Sollwert deutet auch auf Sensorprobleme hin.

Maßnahme: Den SH-Sollwert auf mindestens 5 °C ändern, empfohlen 6–8 °C. Systeme mit häufigem Niedriglastbetrieb → 7 °C oder höher einstellen. Nach der Änderung 30 min beobachten, um zu prüfen, dass die tatsächliche SH dem Sollwert folgt; ist die Abweichung groß, das PID neu abstimmen (Kp, Ti). Die Änderungen im Reglerprotokoll aufzeichnen.

Kältemittelüberfüllung → Restflüssigkeit am Verdampferauslass

Prüfen: Die Unterkühlung messen — Flüssigkeitsleitungstemp − Verflüssigungssättigungstemp. >10 °C verdächtigt eine Überfüllung. Flüssigkeitsschauglas völlig klar (keine Blasen) + hoher Ausblasdruck. Nach jüngsten Nachfüllungen fragen.

Maßnahme: Bei Überfüllung den Überschuss von der Hochdruckseite mit einer Absauganlage absaugen — die Flüssigkeitsabsaugung ist schneller. Stoppen, wenn die Unterkühlung 5–8 °C ist, der Hochdruck normal, leichte Blasen im Schauglas. Die abgesaugte Menge aufzeichnen; schließlich das Gesamtfüllgewicht mit dem Typenschild abgleichen.

Fühler falsch platziert — direkt am Verdampferauslass, Isolierung fehlend

Prüfen: Die Fühlerposition und die Isolierung prüfen — die korrekte Platzierung ist 10–20 cm stromabwärts des Verdampfers oben (12 Uhr) an der horizontalen Sauleitung. Direkt am Auslass liest sie die Flüssigkältemitteltemp falsch; keine Isolierung = von der Umgebungsluft beeinflusst.

Maßnahme: Den Fühler 10–20 cm stromabwärts des Verdampfers oben (12 Uhr) an der horizontalen Sauleitung neu platzieren → mit dem Edelstahlband anziehen → 2 Wicklungen Gummi-Isolierung, 3 cm Überstand an jedem Ende → mit Aluminiumband abschließen. Danach die SH 5–8 °C prüfen, 30 min zur Stabilisierung beobachten.

Plötzlicher Lastabfall (nachts entlastet) → TXV-Reaktionsverzögerung

Prüfen: Den Reif an der Sauleitung während der Niedriglast-/Nachtstunden beobachten; die SH über die Zeit mit einem Datenlogger aufzeichnen. Fällt die SH nach Laständerungen kurz auf 0–2 °C, ist die Reaktionsverzögerung bestätigt. Häufig in Kühllager-/Puffertanksystemen mit intermittierendem Betrieb.

Maßnahme: Kurzfristig: die Kapazitätsregelung (Entlaster/VFD) bei niedriger Last aktivieren, um extreme Niedriglastpunkte zu eliminieren. Mittelfristig: den TXV auf ein EEV aufrüsten — weit bessere Reaktion. Den SH-Sollwert auf 7 °C+ anheben. Ist der Niedriglastbetrieb häufig, ein mehrstufiges Verdichtersystem erwägen.

Praxistipp

Druckgastemperatur fällt schnell oder Reif auf der Saugseite = Warnung SH<3 °C — den TXV sofort 1/4 im Uhrzeigersinn drehen. Anhaltender Flüssigkeitsschlag kann den Verdichter beschädigen (Kolben, Ventile, Lager); unbeaufsichtigter Nachtbetrieb ist besonders riskant. Die Saugleitung mit der Handfläche ertasten — eiskalt bedeutet jetzt stoppen.

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