R-ProPraxisfälleBauteile

Kalk/Schlamm der Rohre des wassergekühlten Verflüssigers — hoher Verflüssigungsdruck

Wahrscheinliche Ursachen

Calciumcarbonatkalk über 2 mm dick an den Rohrinnenwänden abgelagert durch schlechte Kühlwasserbehandlung

Prüfen: Den TD (Terminaldifferenz) messen = Verflüssigungssättigungstemp vom HP-Manometer minus Kühlwasseraustrittstemp. TD >5 °C lässt Kalk vermuten. Endoskop einer Rohrprobe, um die Kalkdicke visuell zu messen. Gesamtwasserhärte >200 ppm weist auf ein hohes Verkalkungsrisiko hin.

Maßnahme: 1) Mechanisches Rohrbürsten (Bürsten-OD = Rohr-ID + 1 mm) oder Hochdruck-Molchreinigung 2) Chemische Reinigung: 10–15 % Sulfaminsäurezirkulation für 2–4 h bei 40–50 °C 3) Mit 1 % Natriumcarbonat neutralisieren und mit klarem Wasser spülen 4) Die Bediener MÜSSEN Säure-PSA tragen (säurebeständige Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz) 5) Die Wasserbehandlung zurücksetzen: pH 7,5–8,5, Langelier-Sättigungsindex (LSI) innerhalb ±0,3.

Biofilm vom Kühlturm gelöst und Schlamm blockiert die Rohre

Prüfen: Die Schlammschicht im Kühlturmbecken mit dem Lineal messen. Den Biofilm auf der Füllkörperoberfläche prüfen — ein schleimiges Gefühl beim Reiben bedeutet Biofilm. Ein ATP-Messgerät verwenden — RLU > 500 weist auf eine Verunreinigung hin.

Maßnahme: 1) Den Turm entleeren, Hochdruckwäsche, einen Füllkörperaustausch erwägen 2) Ein Biozid dosieren: oxidierend (Natriumhypochlorit, 0,5–1 ppm freies Chlor halten) und nicht oxidierend (auf Isothiazolonbasis) abwechseln 3) Die Verflüssigerrohre parallel mechanisch reinigen 4) Ein Y-Sieb (1,5 mm Masche) installieren, um ein erneutes Eindringen zu verhindern 5) Ein automatisches wöchentliches Biozid-Dosiersystem hinzufügen.

Schlechter Wärmeübergang durch reduzierten Kühlwasserdurchsatz (verschlissene Pumpe, teilweise geschlossenes Ventil)

Prüfen: Den Kühlwasserdurchsatz mit dem Ultraschall-Durchflussmesser messen — unter 85 % der Auslegung ist ein Problem. Den Saug-/Druck-Differenzdruck der Pumpe gegen die Pumpenkurve prüfen. Die Ventilspindelfreilegung visuell auf eine Teilschließung prüfen. Pumpenstrom unter 70 % des Nennwerts weist auf Unterdurchfluss hin.

Maßnahme: 1) Bestätigen, dass die Ventile vollständig offen sind, mit Ketten offen sperren 2) Die Pumpe überholen: den Laufradverschleiß und das Verschleißringspiel messen; bei Überschreiten der Herstellertoleranz ersetzen 3) Das Saugsieb reinigen/ersetzen 4) Die Luft aus der Rohrleitung ablassen (die automatischen Entlüfter prüfen) 5) Nach der Wiederherstellung Durchsatz und Differenzdruck als Basislinie protokollieren.

Kühlwassereintrittstemperatur überschreitet die Auslegungsgrenze (über 32 °C)

Prüfen: Die Auslasswassertemp des Kühlturms (Verflüssigereintritt) messen und den Approach berechnen (vs. Feuchtkugel). Der normale Approach ist 3–5 °C. Die Umgebungstemp/-feuchtigkeit protokollieren, zu Spitzenlaststunden messen (Mittag). Ein anhaltendes Eintrittswasser über 32 °C weist auf ein Turmkapazitätsdefizit hin.

Maßnahme: 1) Die verschmutzten Füllkörper reinigen/ersetzen, um den Wärmeübergang zu verbessern 2) Den Beckenstand halten, die Abschlämmrate anpassen (COC 3–5 halten) 3) Bei struktureller Überlast eine Turmaufrüstung/-austausch erwägen (den Approach neu auslegen) 4) Vorübergehend: die Last reduzieren oder die Produktion umplanen 5) Langfristig: einen adiabatischen Vorkühler vor dem Turmlufteintritt installieren.

Kurzschlussströmung im Rohrbündelverflüssiger durch korrodierte Umlenkbleche

Prüfen: Die Temperaturen der Mantelein-/-austrittsstutzen und die Oberflächentemperaturverteilung über das Rohrbündel messen — eine ungleichmäßige Verteilung signalisiert eine Kurzschlussströmung. Bei der planmäßigen Prüfung den Kopf öffnen und die Umlenkbleche endoskopieren, die Umlenkblechlochexzentrizität und die Korrosionsausdünnung messen (>30 % Dickenverlust = ersetzen).

Maßnahme: 1) Die Umlenkbleche ersetzen: Originalmaterial (Stahl/Edelstahl) oder Aufrüstung (SS316L/Titan-plattiert) 2) Beim Austausch das gesamte Rohrbündel ziehen und gleichzeitig die Rohr-OD mit Hochdruck waschen 3) Die Umlenkblech-Abstandsauslegung prüfen — Dichtstreifen gegen Kurzschluss hinzufügen 4) Bei Bedarf Strömungsleitringe hinzufügen 5) Hydrotest bei 1,5× Auslegungsdruck vor dem Wiedereinbau.

Praxistipp

Die Kalkdicke über den TD (Terminaldifferenz) abschätzen: Verflüssigungstemperatur minus Kühlwasseraustrittstemperatur. Übersteigt der TD 5 °C, ist die Reinigung fällig.

Alle 565 Fälle laufen offline in R-Pro, dazu Fehlercodes von 62 Marken und P-T-Daten für 108 Kältemittel.

R-Pro öffnen →

Verwandte Fälle